Warum landen E-Mailings im Spam? Ursachen und Lösungen
8.6.2026
Spam-Filter sortieren E-Mails aus, die sie für Spam halten. Auch erwünschte Mails können Spam-Filtern zum Opfer fallen. E-Mailings landen meist wegen fehlender Authentifizierung (SPF, DKIM, DMARC), schlechter Versand-Reputation, auffälliger Betreffzeilen oder fehlerhaft programmierter HTML im Spamordner. Mit den richtigen technischen Einstellungen und sauberem Versand lassen sich die Zustellraten deutlich verbessern.
Warum landen meine E-Mails im Spam-Filter?
Folgende Gründe können dazu führen, dass Ihre Mail als Spam identifiziert wird:
- Text (Mail und Betreff):
Spam-Filter scannen die Texte - und beurteilen u.a. danach, ob Ihre E-Mail Spam ist. Während es früher eher einzelne Signalworte (GRATIS, kostenlos..) waren, die für eine Einstufung gesorgt haben, ist es in Zeiten von KI und maschinellem Lernen meist der Gesamtkontext, der zu einer Spam-Einschätzung führt. Ist das Angebot sehr reißerisch, überzogen, übertrieben dringlich, wird Ihre E-Mail leicht als Spam eingeordnet. - Aufbau der E-Mail:
Spam-Filter analysieren Text - und strafen bestimmte Inhalte ab. Mancher Spam-Versender hat damit reagiert, dass er Text in einem Bild untergebracht hat. Für eine seriöse E-Mail hingegen ist ein übergroßer Bildanteil ungewöhnlich. Daher wird ein zu großer Bildanteil in einer E-Mail abgestraft. - Empfängerverhalten:
Bewerten viele Empfänger Ihre E-Mail als Spam (und markieren sie entsprechend), werten Spam-Filter dies häufig als Zeichen für Spam. - Sicherheitseinstellungen:
Spam-Versender arbeiten häufig mit fremden Absender-Adressen, die sie für den Versand missbrauchen. Um keinen "Wolf im Schafspelz" ins E-Mail-Postfach zu lassen, wird die E-Mail nach bestimmten Sicherheitseinstellungen überprüft: SPF-Records, DKIM und DMARC sind hier entscheidend. Enthalten die SPF-Records der angegebenen Absender-Domain nicht die IP-Adressen des Absenders, erfolgt der Versand nicht verschlüsselt mit DKIM bzw. passt der öffentlich hinterlegte DKIM-Schlüssel nicht und ist kein DMARC-Eintrag gesetzt, werten die Provider die eingehende Mail häufig als Spam. - Black-Listing: Wenn mit Ihrer Absender-Adresse unerwünschte E-Mails versandt wurden (ob von Ihnen oder von unautorisierten Dritten), kann es sein, dass Ihre Absenderadresse bzw. Ihre IP-Adresse auf einer Blacklist geführt wird: E-Mails mit Ihrem Absender werden dann nicht mehr angenommen. Sie selbst merken davon nichts, wenn Sie die gängigen Blacklists nicht überprüfen.
Nähere Informationen dazu, wie Spam-Filter ticken, finden Sie hier.
Wie überprüfen Spam-Filter die Absenderadresse?
Um festzustellen, ob es sich bei E-Mails um Spam- oder Phishing-Mails handelt, überprüfen Spam-Filter die Absenderadresse nach bestimmten Sicherheitskriterien:
- SPF (Sender Policy Framework):
Damit Mails nicht mit falschem Absender versendet werden, kann für jede Absenderdomain hinterlegt werden, von welchen Servern / IP-Adressen aus Mails mit diesem Absender versendet werden dürfen. Dies wird in den DNS-Einträgen der Absenderdomain hinterlegt. Die hier eingetragenen IP-Adressen müssen mit der IP-Adresse des Absenders übereinstimmen.
DKIM (DomainKeys Identified Mail): - Um sicherzustellen, dass die Mail nicht verändert wurde oder die Absenderadresse für Spoofing / Phishing missbraucht wurde, setzen Empfangsserver immer häufiger auf die DKIM-Verschlüsselung. Dabei wird jede E-Mail entsprechend signiert. Diese Signatur muss zu dem für die Absenderdomain hinterlegten öffentlichen Schlüssel passen.
- DMARC( Domain-based Message Authentication, Reporting, and Conformance):
Hier wird für die Absenderdomain hinterlegt, wie der Empfangsserver mit E-Mails umgehen soll, die die Prüfung von SPF-Records und DKIM nicht bestehen. Hier kann z.B. eingetragen werden, ob die Mails direkt abgelehnt werden sollen. - IP- und Domain-Sperrlisten:
IP-Adressen und Absenderdomains, die durch Spam auffallen, werden automatisch von entsprechenden Überwachungsdiensten gespeichert. Viele Empfangsserver gleichen mit diesen Listen ab - und sperren Mails, die von entsprechenden IP-Adressen oder Absenderdomains aus abgesandt werden.
Wie kann ich aus inhaltlicher Sicht vermeiden, dass meine E-Mails im Spam-Filter landen?
- Seriöse Angebote:
Gestalten Sie Ihre E-Mail und den Betreff nicht zu reißerisch, sondern achten Sie auf die Seriosität Ihres Angebots: vermeiden Sie übertriebene Dringlichkeit, aufdringliche Formulierungen und überzogene Werbeversprechen. Dazu gehören auch Textgestaltungsmittel wie Worte nur in Großbuchstaben oder mehrere aufeinanderfolgende Ausrufezeichen. Auch die Rechtschreibung sollte korrekt sein - viele Fehler lassen das Angebot nicht nur beim Empfänger ggf. als unseriös erscheinen: auch Spam-Filter können dies abstrafen.
Tipp: Achten Sie bei Text und Aufbau unbedingt auf einen seriösen Auftritt für Ihr Angebot. - Aufbau der E-Mail:
Spam-Inhalt wird häufig in reinen Bildern untergebracht, die vom Spam-Filter nicht gescannt werden können. Daher wird ein zu großer Bildanteil in der E-Mail als Spam-Indiz gewertet. Ein Text-Bild-Verhältnis schlechter als 60:40 führt häufig zu Abstrafungen. Text innerhalb eines Bildes zählt dabei nicht als Text - und führt zudem auf kleinen Bildschirmdisplays z.B. von Mobiltelefonen zu Problemen bei der Lesbarkeit.
Tipp: Nutzen Sie Bilder, um den Text zu unterstreichen und nicht umgekehrt. - Empfängerverhalten:
Je mehr Empfänger Ihre E-Mail positiv bewerten (durch Öffnen, Interaktion oder auch indem Sie Ihre Mail als "Nicht-Spam" markieren), desto mehr steigt Ihre Reputation und desto geringer ist Ihr Spam-Risiko. Berücksichtigen Sie dies beim Versand, indem Sie viel relevante Informationen an interessierte Empfänger versenden - anstatt per Gießkannenprinzip auch uninteressanten Inhalt wild zu versenden.
Tipp: Achten Sie auf relevanten Inhalt für Ihre Zielgruppe - Zustellquote und Resonanz auf Ihr E-Mailing werden es Ihnen danken.
Wie kann ich aus technischer Sicht verhindern, dass meine E-Mails im Spam Filter landen?
- SPF-Records richtig einrichten:
Hinterlegen Sie für Ihre Absenderdomain korrekt, welche IP-Adressen mit Ihrer Absender-Domain Mails versenden dürfen. So sorgen Sie nicht nur dafür, dass Ihre eigenen Mails angenommen werden - sondern verhindern auch, dass Dritte Ihre Absenderdomain missbrauchen.
WICHTIG: Achten Sie darauf, dass Sie beim Versand über einen Dienstleister dessen Server/IP-Adressen mit einschließen. - DKIM-aktivieren und Schlüssel hinterlegen:
Der Versand sollte verschlüsselt über DKIM erfolgen. Und der dazu passende öffentliche Schlüssel sollte für Ihre Domain hinterlegt sein. Beim Versand über einen Dienstleister erfolgt der Versand i.d.R. automatisch mit DKIM verschlüsselt - den dazu passenden öffentlichen Schlüssel hinterlegen Sie einfach einmalig in Ihrer Domain. - DMARC Eintrag vornehmen:
Hinterlegen Sie für Ihre Absender-Domain einen DMARC-Eintrag. Hier wird festgehalten, wie mit E-Mails von dieser Absender-Domain verfahren werden soll, bei denen SPF-Records oder DKIM-Schlüssel nicht passend sind. Sie können diese Angabe sehr offen halten - Sie erhalten dann nur eine Information darüber, wenn eine Mail in Ihrem Namen versandt wird, ohne korrekte SPF- oder DKIM-Einträge - oder auch sehr restriktiv: Mails, die die Anforderungen nicht erfüllen, sollen dann in Quarantäne gelangen oder auch direkt gelöscht werden. Für welche Variante Sie sich entscheiden, bleibt Ihnen hinterlassen. Aber ein DMARC Eintrag sollte für Ihre Absenderdomain hinterlegt sein - Überprüfung der gängigen Blacklists:
Ein Grund dafür, dass Ihre Mails im Spam-Filter landen, kann darin liegen, dass Ihre Domain oder Ihre IP-Adressen (ggf, fälschlicherweise) geblockt werden. Ob Ihre Domains/IP-Adressen betroffen sind, können Sie mit gängigen Tools im Netz überprüfen. Ist dies der Fall, sollten Sie Kontakt mit dem Betreiber aufnehmen und darauf hinwirken, dass der Eintrag gelöscht wird.
Übrigens: Versand-Dienstleister überprüfen dies für die eigenen Versandserver i.d.R. automatisiert, so dass Sie hier nichts weiter tun müssen.

























